Publizieren und Open Access an der TU Wien

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Informationsunterlagen

Informationsveranstaltung, 21.10.2014 - Open Access - Die neue Ära des Publizierens; Förderungen von Open Access (national und international) Informationsveranstaltung, März 2014
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Kontakt

Dipl-Ing. Dr. Ingrid Bauer
phone +43-1-58801-44141
mail ingrid.bauer@tuwien.ac.at

Mag. (FH) Ingrid Haas
phone +43-1-58801-44132
mail ingrid.haas@tuwien.ac.at

Gisela Winkler
phone +43-1-58801-44083
mail gisela.winkler@tuwien.ac.at

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Die Universitätsbibliothek bietet Ihnen auf dieser Website Informationen rund um das elektronische Publizieren einer wissenschaftlichen Arbeit. Dies betrifft in erster Linie:

  1. Hochschulschriften, das sind Diplom- und Masterarbeiten sowie Dissertationen
  2. Wissenschaftliches Publizieren in Zeitschriften (u.a. unter Open-Access Bedingungen)

Diese Publikationen sowie TU-Kongressbände und TU-Zeitschriften können Sie zukünftig im Repositorium der TU Wien ablegen.

Unsere Hilfestellung umfassen:

  • Finanzierung wissenschaftlicher Publikationen unter Open Access Bedingungen (Open Access Förderung durch die TU Wien)
  • Unterstützung bei rechtlichen Fragestellungen rund um das wissenschaftliche Publizieren (zB bei Autorenverträgen)
  • Informationen zu den administrativen Abläufen und relevanten Kontaktpersonen an der TU Wien

Publikationspflicht von Diplom-, Masterarbeiten und Dissertationen
Gemäß § 86 Universitätsgesetz 2002 über die Veröffentlichungspflicht von Diplom-, Masterarbeiten und Dissertationen müssen Sie diese in der genehmigten Fassung der wissenschaftlichen Öffentlichkeit durch Vervielfältigung und Verbreitung zugänglich machen (Merkblatt für Verfasser/innen von Hochschulschriften).

Ein gedrucktes Exemplar Ihrer Hochschulschrift muss in der Universitätsbibliothek der TU Wien (eine Dissertation auch in der Nationalbibliothek) aufgestellt, allgemein zugänglich gemacht und somit veröffentlicht werden.
Die Abgabe einer elektronischen Version ist seit 1. September 2013 an der TU Wien verpflichtend (Richtlinie über die elektronische Abgabepflicht von Hochschulschriften).

Für gesperrte Arbeiten gibt es eine Sonderregelung:

info Sperre von Hochschulschriften:
Eine Sperre der Arbeit muss beim jeweiligen Studiendekan beantragt und von diesem genehmigt werden. Üblicherweise wird die Arbeit für 3 Jahre gesperrt (in Ausnahmefällen sind bis zu 5 Jahre möglich). Gesperrte Arbeiten können in der Bibliothek in diesem Zeitraum nicht ausgeliehen bzw. eingesehen werden (das gilt auch für das Abstract der Arbeit).

 


Vorgaben der TU zum wissenschaftlichen Arbeiten
Der „Code of Conduct“ (Regeln zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis) der TU Wien aus dem Jahr 2007 legt die Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis an der Universität fest und listet auch wissenschaftliches Fehlverhalten auf.

Ergänzend dazu betrifft der „Leitfaden zum Umgang mit Plagiaten in studentischen Arbeiten an der Technischen Universität Wienein wichtiges, auch in der Öffentlichkeit beachtetes Thema über das mögliche Auftreten einer Plagiatssituation.  Der Leitfaden soll einerseits das Bewusstsein für das Thema Plagiat stärken und andererseits eine Hilfestellung bei Auftreten eines Plagiatsverdachtes im Rahmen von Lehrveranstaltungen oder wissenschaftlichen Arbeiten geben.

Administrative Abwicklung
Grundsätzlich laufen alle Aktivitäten zu Anerkennung Ihrer Hochschulschrift über die jeweiligen Dekanatszentren der Fakultäten der TU Wien sowie dem Betreuer Ihrer Hochschulschrift.

Ein wichtiger Teil der wissenschaftlichen Arbeit besteht im Publizieren von Forschungsergebnissen. Bei bei der Frage, wie und wo ein Artikel publiziert werden soll, spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: Seriosität des Journals, Impact Faktor des Journals, Kostenfaktor, Schnelligkeit der Veröffentlichung etc.
Unterstützung, ein inhaltlich geeignetes Journal zu finden, bieten Websites wie whichjournal.com oder JANE (Journal/Author Name Estimator). Hier wird anhand vom Abstract, Titel oder Keywords abgeglichen, in welches Journal der Artikel thematisch am besten passt. Das Ergebnis kann auf Titel mit Open Access Option bzw. bei whichjournal.com auch auf Zeitschriften mit Impact Faktor eingegrenzt werden. 

Grundsätzlich können Sie zwischen der  Möglichkeit Ihre Publikation in einem „herkömmlichen“ Journal oder in einem „Open Access“ Journal zu platzieren wählen.

  1. Falls Sie in einem herkömmlichen Journal publizieren wollen, ist es im Sinne des grünen Weges von Open Access wichtig, ihre Rechte für eine zusätzliche Selbstarchivierung (Zweitveröffentlichungsrecht oder Zweitverwertungsrecht) auf dem TU Repositorium zu sichern. Bitte prüfen Sie Ihren Autorenvertrag genau, da die Verlage, eine Selbstarchivierung auf einem Dokumentenserver oft nur mit Einschränkungen zulassen. Einen Überblick über, die unterschiedlichen Bestimmungen bietet das Verzeichnis SHERPA/RoMEO.
  2. Falls Sie in einem Open Access Journal veröffentlichen wollen, bleiben die Verwertungsrechte grundsätzlich bei Ihnen. Was das Ausmaß der Weiterverwertung durch Dritte betrifft, so wird dies hauptsächlich durch Creative Commons-Lizenzen (CC-Lizenz) geregelt. Die Open Access Verlage legen dann letztendlich fest, welche CC-Lizenz für das jeweilige Journal angewendet wird. Die unterschiedlichen Lizenztypen finden Sie unter creativecommons.org.

    Weiters sollten Sie folgende Punkte bei der Auswahl des geeigneten Journals berücksichtigen:

    • Informieren Sie sich über die Qualität/Seriosität des Journals, in dem Sie veröffentlichen wollen.
      • Eine Übersicht über ca. 10.000 referierte Open Access-Zeitschriften (Stand September 2014) liefert das Directory of Open Access Journals (DOAJ)
      • Bitte beachten Sie, dass es auch Open Access-Verlage mit zweifelhaften Geschäftspraktiken gibt. Die Beall’s List bietet eine Sammlung von Verlagen und Journals, die vor dem Einreichen von Publikationen besonders genau geprüft werden sollten.
    • Mit der Veröffentlichung in einer Open Access Zeitschrift ist meist eine Zahlung einer Publikationsgebühr verbunden. Überprüfen Sie, ob die Veröffentlichung „förderfähig“ im Sinne der Open Access Förderpolitik der TU Wien ist.

Was ist Open Access?
Als Open Access wird der freie Zugang zu wissenschaftlicher Literatur und anderen Materialien im Internet bezeichnet. Ein wissenschaftliches Dokument unter Open-Access-Bedingungen zu publizieren, gibt jedermann die Erlaubnis, dieses Dokument zu lesen, herunterzuladen, zu speichern, es zu verlinken, zu drucken und damit entgeltfrei zu nutzen. In allen Fragen des Copyrights verbleiben die Rechte bei den jeweiligen Autoren und Autorinnen.

Vorteile von OPEN ACCESS

  • Verbleib der Verwertungsrechte beim Autor
  • Durch bessere Sichtbarkeit höhere Zitierhäufigkeit
  • Schnellerer Publikationsprozess (abhängig von der Zeitschrift)
  • Kostenloser Zugang zu Informationen
  • Erleichterung der interdisziplinären und internationalen Zusammenarbeit
  • Vereinfachte Nutzung für weitere Forschungsaktivitäten

Grundsätzlich sind zwei Arten von Open Access zu unterscheiden:

Der Goldene Weg des Open Access
Der goldene Weg bezeichnet die Erstveröffentlichung in einer Open Access-Zeitschrift. Die Zeitschriften sind mehrheitlich durch ein Peer-Review qualitätsgeprüft. Der Zugang ist weltweit offen und kostenfrei.
Die Veröffentlichung in einer Open Access-Zeitschrift ist meist mit der Zahlung einer Veröffentlichungs- oder Publikationsgebühr, der sogenannten „Article Processing Charge (APC)“ (im Gegensatz zu Subskriptions- und Lizenzgebühren für Zeitschriftenabos ) verbunden. Die Publikationsgebühr wird in der Regel von den Autoren bzw. deren Institutionen getragen. Bitte beachten Sie hierfür die Open Access Förderpolitik der TU Wien.
Eine Übersicht über ca. 10.000 referierte Open Access-Zeitschriften (Stand September 2014) liefert das Directory of Open Access Journals (DOAJ).

Der Grüne Weg des Open Access
Der grüne Weg bezeichnet die parallele oder zeitversetzte Zweitveröffentlichung von Dokumenten nach der Erstveröffentlichung in einer klassischen Verlagspublikation auf einem institutionellen oder disziplinären Open Access-Repositorium (self archiving).
An der TU Wien steht Ihnen in Kürze für die Zweitveröffentlichung das TU Repositorium zur Verfügung.
Die Bereitschaft von Zeitschriftenherausgebern und Verlagen, die Selbstarchivierung von Postprints oder Preprints zuzulassen, ist unterschiedlich. Einen Überblick darüber, was Verlage den Autoren gestatten, bietet das Verzeichnis SHERPA/RoMEO.

info Geschichte der OPEN ACCESS Bewegung
Die Open Access Bewegung entstand Beginn der 1990er Jahre aufgrund des Drucks der steigenden Preise für wissenschaftliche Publikationen bei gleichbleibenden bzw. schrumpfenden Etats der Universitätsbibliotheken. Der Grundstein wurde am Los Alamos National Laboratory (LAN-L) mit der Errichtung des Servers ArXiv gelegt. Auf diesem werden Preprints der Physik frei zugänglich gemacht.
Die zentrale Forderung dieser Bewegung ist, dass wissenschaftliche Publikationen als Ergebnisse der von der Öffentlichkeit geförderten Forschung dieser Öffentlichkeit wiederum kostenfrei zur Verfügung gestellt werden sollen.  Dies war natürlich erst mit der Entwicklung des Internets und der damit schnellen und einfachen Verbreitung von Dokumenten ab Mitte der 1990er Jahre möglich.
Ein Meilenstein in der Open Access Bewegung ist die Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen vom Oktober 2003, die mittlerweile von rund 490 Einrichtungen unterzeichnet wurde.

Allgemeine Richtlinien für die Übernahme von Publikationsgebühren durch die TU Wien

  • Der zu veröffentlichende Artikel erscheint in einer Open-Access-Zeitschrift, deren Beiträge unmittelbar mit Erscheinen über das Internet für NutzerInnen entgeltfrei zugänglich sind. Die Zeitschrift muss im „Directory of Open Access Journals verzeichnet sein und im jeweiligen Fach anerkannte, strenge Qualitätssicherungsverfahren (peer review) anwenden.
  • Der submitting author oder corresponding author, der für die Bezahlung von Artikelbearbeitungsgebühren in einer Open-Access-Zeitschrift verantwortlich ist, muss Angehörige bzw. Angehöriger der TU Wien sein.
  • Die Publikationsgebühren pro Artikel dürfen 2.000 EUR nicht übersteigen.
  • Die Autoren und Autorinnen sind verpflichtet, bei dem Artikel die Finanzierung durch die TU Wien anzugeben und ihre Veröffentlichung in die Publikationsdatenbank der TU einzutragen.
  • Die Gebühren werden nicht übernommen, wenn Publikationskosten bereits durch geförderte Projekte z.B. durch den FWF abgedeckt sind.
  • Freikäufe von Artikeln in subskriptionspflichtigen Zeitschriften mit Open-Access-Option (Hybrid-Zeitschriften) werden nicht subventioniert.

Bei den folgenden Verlagen gibt es spezielle Konditionen:

1. Die TU Wien übernimmt die Autorengebühren für folgende Open Access Anbieter gänzlich:

Biomed Central BioMedCentral
Journals wie: BMC Chemistry, BMC Bio-technology, BMC Biophysics, Biotechnology for Biofuels.
SpringerOpen springeropen
ChemistryCentral chemistrycentral
Journals wie: Chemistry Central Journal, Geochemical Transactions
IEEE Open Access IEEE
Journals wie: Journal of the Electron Devices Society, Photonics Journal, Nano Technology Express, Power and Energy Technology Systems Journal etc.  (Titel teilweise noch in Planung)

2. Bei Veröffentlichung eines Beitrags in einer Zeitschrift des MDPI erhalten Sie einen Rabatt von 10% auf die „Article Processing Charges (APC)“.

MDPI Open Access

MDPI

Das MDPI bietet Journals zu vielen Themen wie: Remote Sensing, Atmosphere, Energy, Materials, Molecules, Polymers, Sensors etc. an.

Grundsätzlich wird die Frage der Verwertungsrechte in Autorenverträgen zwischen dem Verlag und dem Autor einer Publikation geregelt. Hier wird u.a. der Umfang, in dem die Verwertungsrechte an den Verlag abgetreten werden, abgesteckt.

Viele Verlage erlauben zB die Selbstarchivierung in Repositorien oft erst nach Ablauf einer Sperrfrist zwischen der Veröffentlichung durch den Verlag und der Bereitstellung im Internet (Embargozeitraum). Meist darf auch nur eine bestimmte Version (Infobox „Preprint / Postprint“) der Publikation archiviert werden

infoPreprint / Postprint:
Die Begriffe Preprint und Postprint werden oft unterschiedlich gebraucht. Auf dieser Seite haben wir uns an die Definitionen der SHERPA/RoMEO-Website gehalten. Dort können Sie die Bedingungen zur Selbstarchivierung vieler Verlage abfragen. Es wird folgende Unterscheidung vorgenommen:
  • Preprint - Entwurf vor der Begutachtung
  • Postprint - Endfassung nach der Begutachtung, jedoch ohne Layout und Seitenzählung des Verlags
  • Verlagsversion/PDF – Artikel von der Verlagswebsite

Daher sollte folgendes bedacht werden:

  • Sie sollten dem Verlag lediglich „einfache Nutzungsrechte“ für die elektronische Publikation einräumen, damit Sie Ihre Arbeit parallel auch in einem Repositorium bereitstellen können.  Sie können dazu einschränkende Formulierungen im Vertragstext streichen (zB. Ausdrücke wie exklusive Abgabe aller Rechte). In einem Begleitbrief sollten Sie auf die Änderungen aufmerksam machen.
  • Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dem Vertrag einen Zusatz (Addendum) beizulegen, in welchem Sie sich das einfache Nutzungsrecht für die Veröffentlichung in einem Repositorium vorbehalten.

    Für deutschsprachige Verträge könnten Sie diese Textpassage als Vorlage für eine Ergänzung verwenden:

"[...] 1. Der Verlag stimmt zu, dass der Autor das nichtexklusive Recht behält, eine digitale Kopie des Dokumentes vor/während/nach der Publikation durch den Verlag zeitlich unbeschränkt auf einen öffentlich zugänglichen akademischen Non-Profit-Server zu legen.
2. Der Autor verpflichtet sich, das Originaldokument auf dem akademischen Non-Profit-Server zu zitieren. [...] "

Für englischsprachige Verträge gibt es ein praktisches Online-Tool, die „Scholar’s Copyright Addendum Engine”. Sie können zwischen drei unterschiedlichen Varianten (Access-Reuse, Immediate Access oder Delayed Access) wählen und das Addendum online erstellen.

Detailinformationen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen rund um den Autorenvertrag finden Sie auf: open-access.net

Die Bibliothek arbeitet derzeit an der Implementierung eines institutionellen Repositoriums.

Dieses bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihre Publikationen weltweit sichtbar zu machen und ohne Zugriffsbarrieren dauerhaft elektronisch zur Verfügung zu stellen. Ein stabiler Link sorgt dafür, dass die Einträge zuverlässig zitierbar bleiben.

Folgende Publikationen werden abgelegt:

  • Erstveröffentlichung von Working Papers, Reports, Preprints
  • Zweitveröffentlichung bereits publizierter Artikel (Self Archiving)
  • TU-Kongressbände und TU-Zeitschriften

Vorteile:

  • Zeitnahe Zurverfügungstellung von Inhalten und damit Beschleunigung der Wissenschaftskommunikation
  • Weltweite Sichtbarkeit durch leichte Auffindbarkeit über Suchmaschinen
  • Volltextsuche in den Inhalten
  • Gut strukturierte Plattform
  • Zuverlässige Zitierbarkeit durch stabilen Link
  • Dauerhafte Archivierung
  • Integration in CatalogPlus
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